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Die “Genossenschaftliche Idee”: eine zeitgemäße Interpretation

Heute erleben wir eine fast zinslose Zeit, die alte Geschäftsmodelle der Banken ins Wanken bringt. Sparer werden heimlich enteignet, die Geldflut wird den DAX langfristig noch weit über die 10.000er-Linie treiben. Kreditnehmer und der Staat sind die großen Nutznießer. Branchenfremde, wie Google oder PayPal werden ihre Wertschöpfungskette verlängern und schrittweise Teile des Zahlungsverkehrs der Banken übernehmen. Das wird ihnen Geld und weitere Informationen über den Kunden bringen.

Mit der Niedrigzinspolitik ist die Gefahr groß, dass es zu Kapital-Fehllenkungen kommt, weil der Zins als Gradmesser für Investitionen fehlt. Geldpolitisch gewollt ist ein negativer Real-Zins, d. h. die Inflationsrate soll über dem Geldanlagezins liegen. Nur so kann sich der Staat dauerhaft entschulden. Heute schon wird der Haushalt mit etwa 20 Milliarden Euro durch die niedrigeren Zinsen, die für die Staatsschulden bei normalem Zinsniveau aufgewendet werden müssten, entlastet. Bei handwerklichen Fehlern in der Geldpolitik ist eine höhere Inflationsrate nicht auszuschließen. Die fast zinslose Zeit begünstigt beispielsweise gar nicht die Vorsorge fürs Alter, ein Leben auf Pump wird gefördert, die Sparbereitschaft sinkt, die Menschen leben das ‘Jetzt und hier' und viele nehmen die Alters-Armut billigend in Kauf.

Das ist vom Muster her eine ähnliche Situation, wie sie vor gut 150 Jahren herrschte, als die Gründungsväter Schulze-Delitzsch und Raiffeisen die genossenschaftliche Idee der „Hilfe zur Selbsthilfe“ aus Notsituationen heraus gewannen.

“Kredit-Genossenschaften” als eine besondere Form der Genossenschaften sind bis in die heutige Zeit hinein die “anderen Banken” geblieben. Sie arbeiten nach dem Prinzip “Was einer nicht schafft, das schaffen viele”. Oder anders gewendet: “Einer für alle, alle für einen”. Werte wie Solidarität, Demokratie und Hilfe zur Selbsthilfe stehen im Vordergrund. Diese Wertorientierung macht das Wirken der Banken mit dieser Grund-Philosophie so besonders, aber auch erfolgreich. Die Banken gehören ihren Mitgliedern, die sich auch der Hilfe “ihrer” Bank sicher sein können, wenn sie unverschuldet in besondere Lebens-Situationen geraten, wie es z. B. Krankheiten sind. Rund 30 Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken, über 17 Millionen davon sogar Mitglieder. Menschen, die ihre Kräfte bündeln, die gemeinsam viel stärker sind als es ein einzelner je sein könnte. Das macht Genossenschaften einzigartig.
Der UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat es treffend auf den Punkt gebracht: "Genossenschaften zeigen der Weltgemeinschaft, dass ökonomische Zielsetzungen und soziale Verantwortung erreicht werden können."

Die Sparda-Bank Hamburg eG bietet als Kreditgenossenschaft denn auch mehr als eine (normale) Bank. Integrale Bestandteile des klassischen Bankgeschäfts sind beispielsweise das „Emotional Banking“, die „Sparda-Bank Hamburg Stiftung“ und das soziale Engagement im „Hamburger Weg“.

Neues Bank-Format „Emotional Banking“

Bezüglich neuer Bank-Formate ist derzeit weltweit eine erfrischende Experimentierfreudigkeit zu beobachten. Dabei haben alle neuen Modelle die Attribute „digital“, „mobil“ und „sozial“, wobei mit „sozial“ die Einbeziehung in die Sozialen Netzwerke gemeint ist. Die Sparda-Bank Hamburg eG hat eine weitere Ausprägung ihrer Leistung hinzugefügt: die Emotionalität. Zusätzlich arbeitet sie mit branchenfremden Kooperations-Partnern zusammen; nur so ist sie imstande, ihren Kunden mit günstigem Preis-/Leistungsverhältnis immer wieder neue Mehrwerte zu bieten. Sie „teilt“ sich somit den Kunden mit den Branchenfremden und damit natürlich auch die Kosten.

Ziele des neuen Geschäftsmodells

Das Modell soll ganz klassisch dazu dienen, in der Niedrigzins-Phase Bereits-Kunden zu binden und neue zu gewinnen. Vor etwa 15 Jahren sagte man, wenn durch das veränderte Umfeld Bankdienstleistungen nicht mehr im notwendigen Umfang nachgefragt werden würden, sei man auch bereit, in den Filialen, die allesamt gute Standorte haben, „Schuhe verkaufen“. Dies signalisierte schon damals die Bereitschaft zu raschen, zeitgerechten Innovationen, eben dann, wenn sie sinnvoll und erforderlich sein würden.

Grundelemente des „Emotional Banking“

Das neue Format „Emotional Banking“ spricht Gruppen von Kunden mit geistiger Verbundenheit an, für die ein spezielles Angebot geschneidert wird. Besonders ansprechende Themen dieser Communities sind beispielsweise die Bereiche ‚Sport‘ und ‚Umwelt‘. Pro Thema gliedert sich die Leistung in „Themenbezogene Benefits“, „Money can’t buy“-Produkten und „Tue Gutes“-Aktivitäten. Die Bank ist davon überzeugt, dass der Kunde es schätzt, wenn er in diesen unruhigen Zeiten sieht, wofür sie steht und dies auch in ihrer Produktpolitik zum Ausdruck bringt.

Die Bank geht mit dieser Dienstleistung stärker in den mehr emotional geprägten Bereich. Das „Emotional-Banking“ ist ein klares Bekenntnis zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, zu Nachhaltigkeit und bewusster Lebensführung.

Die Produkt-Politik kennzeichnet man am besten, in dem die Unterschiede zu sonstigen am Markt befindlichen „Mehrwert-Konten“ dargestellt werden. Die Unterschiede sind insbesondere 1. diese themenmäßige Zusammenfassung der „Benefits“, 2. die ganz besonderen emotionsgeladenen Zusatz-Nutzen – also der Dinge, die die themenaffinen Menschen emotional ansprechen und die man sich für Geld nicht kaufen kann, also die „Money can’t buy“-Produkte – und 3. die ‚Tue Gutes‘-Maßnahmen. Insbesondere die „Tue Gutes“-Maßnahmen sind eine Spezifizierung und moderne Interpretation des genossenschaftlichen Prinzips.

Bei den Themen „Sportiv“ und „Umwelt“ möchte die Sparda-Bank Hamburg eG das Verhalten ihrer Mitglieder aktiv mitgestalten: die „Sportiv“-Kunden sollen zu mehr Sport bewegt werden und die „Umwelt“-Kunden werden zur Vermeidung und Reduzierung des CO2-Verbrauchs aufgerufen.

Die „Hilfe zur Selbsthilfe“ sowie die „Förderung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Mitglieder“ soll nicht nur über die Bank, sondern auch über eine Stiftung geleistet und erweitert werden. Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit stehen die Mitglieder der Sparda-Bank Hamburg, die unverschuldet in wirtschaftliche Not zu geraten drohen oder bereits geraten sind. Ursachen dieser Notlage können vielfältig sein, insbesondere z.B. Arbeitslosigkeit, Tod von Angehörigen oder Krankheit.

Ziel der Stiftung ist es, durch Anbietung präventiver Maßnahmen eine drohende Überschuldung zu vermeiden bzw. in definierten Fällen auch finanzielle oder ideelle Unterstützung zu leisten. Insbesondere die Gemeinschaft aller Kunden und Mitglieder der Bank soll angeregt werden, durch indirekte oder direkte Leistungen - wie z.B. Spenden – die Grund-Philosophie der Genossenschaft „Einer für alle, alle für einen“ auch über die Stiftung zu fördern.

Insbesondere durch das „Gewinnsparen“ wird die Stiftung gespeist. Mit jedem Los, das gekauft wird, unterstützen Kunden und Mitglieder Menschen in Not sowie gemeinnützige Einrichtungen in ihrer Region, aber auch die Sparda-Bank Hamburg-Stiftung und damit die gesamte Mitglieder-Gemeinschaft der Sparda-Bank. 25 Prozent des Lotterie-Umsatzes kommen den „Tue Gutes“-Maßnahmen zugute. Damit können Sparda-Bank Hamburg-Mitglieder und Kunden über die Stiftung anderen Mitgliedern helfen und gleichzeitig die Hoffnung auf Gewinn-Chancen haben.

Hamburger Weg – Initiative des HSV

Im Rahmen der Themen-Mitgliedschaften bietet die Sparda-Bank Hamburg auch eine Sub-Marke „HSV“ an. Auch hier sind die mit der Mitgliedschaft verbundenen Maßnahmen die „Themenbezogenen Benefits“, die „Money-can’t buy“-Events und die „Tue Gutes“-Projekte. Letztere werden über den „Hamburger Weg“ platziert. Der Hamburger Weg ist eine einzigartige Initiative des Hamburger Sport-Vereins und in Hamburg ansässiger Unternehmen unter der Schirmherrschaft von Hamburgs Erstem Bürgermeister. Diese Crowdfunding-Plattform bietet die Möglichkeit, soziale Projekte in Hamburg vorzustellen und die Gelder dafür einzuwerben. Die Sparda-Bank Hamburg unterstützt diese Initiative.

Der Hamburger Weg ist offen für alle Projekte, die gut für Hamburg sind. Dabei werden vor allem Familien und junge Menschen bei ihrer Ausbildung gefördert. Besonders wichtig ist natürlich der Sport. Denn er hält gesund und vermittelt Werte wie Fairness, Respekt und Toleranz. Er steht also für Gemeinschaft und sportliche Fairness, für aktive Gestaltung und Verantwortungsbewusstsein – und natürlich für Hamburg als internationale Sportstadt mit Vorbildcharakter.

So ist die Sparda-Bank Hamburg eG – wie die anderen Sparda-Banken und die sonstigen Genossenschaftsbanken auch – mehr als eine klassische Bank. Neben den traditionellen Bankdienstleistungen zeigt die Bank ihren Mitgliedern, wofür sie steht. Für welche Werte sie sich einsetzt. Und so wird die Gemeinschaft der Mitglieder immer größer und eingeschworener. Der Einzelne kann sich auf die Hilfe der anderen Mitglieder verlassen, insbesondere dann, wenn er unverschuldet in Not gekommen sind. Streng nach der genossenschaftlichen Ur-Philosophie „Einer für alle, alle für einen“. Am Grund-Muster hat sich gar nichts geändert. Nur die veränderten Zeiten erwarten eine angepasste Interpretation der Ursprungs-Idee.

Die schlichte Unternehmens-Philosophie

Die gesamte Unternehmens-Philosophie der Sparda-Bank Hamburg wird in Einklang mit der genossenschaftlichen Idee zusammengefasst unter der Metapher „TDI“: Tradition, Dynamik und Innovation. Unter diesen Maximen hat die Sparda-Bank Hamburg in den vergangenen Jahrzehnten ihre genossenschaftliche Grund-Philosophie immer wieder dem neuen Umfeld angepasst, sich dabei wirtschaftlich ausgesprochen positiv entwickelt und gleichzeitig ihre Mitglieder stark gefördert. Um das zu erreichen, war sie außerordentlich innovationsfreudig, ging bewusst andere Wege als der Wettbewerb und hat den technologischen Fortschritt im Bankgeschäft mit forciert. Ob als erste deutsche Bank mit sicherem Transaction-Banking im Internet, als Initiator bei der Gründung der netbank oder bei der Deutschland-Premiere des TV-Bankings: Die Sparda-Bank Hamburg eG ist und war der Vorreiter vieler Entwicklungen in der Branche.



Diese innovativen Projekte – zu denen auch späterhin mal das selbständige Betreiben von Croudfunding-Plattformen gehören könnte – sind allesamt Aktivitäten, die vom Grundmuster her ur-genossenschaftliche Züge tragen. „Was einer nicht schafft, das schaffen viele” – das ist auch heute noch der Leitstern für alle Genossenschaften. Sie haben den genossenschaftlichen Auftrag und damit ihre Strategien nur zeitgemäß neu interpretiert. Alle Aktivitäten setzen direkt oder indirekt auf dem Grundprinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ auf und machen deutlich, dass sich „Soziale Verantwortung“ und „Wirtschaftlicher Erfolg“ nicht ausschließen müssen. „Wirtschaftlicher Erfolg“ ist denn auch der Motor für die künftige „Mitglieder-Förderung“ und die Voraussetzung dafür, „Soziale Verantwortung“ zu übernehmen. Insoweit trägt die Rechtsform „Genossenschaft“ durch Gesetz und Satzung schon die „Soziale Legal-Mission“ in sich, die Banken in privater Rechtsform wegen anderer Zielsetzungen häufig vermissen lassen.